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Ausstellung „Rache“ im Jüdischen Museum

Über Geschichte und Fantasie

Ausstellung| Szenografie | Grafik-Design | Exponat-Design | Film | Kuration | Kultur | Jüdisches Museum Frankfurt

Zum ersten Mal wird Rache als Thema jüdischer Kulturgeschichte mit einem Ausstellungsprojekt im Jüdischen Museum Frankfurt in der Öffentlichkeit diskutiert und erfahrbar: ein Projekt von weitreichender Bedeutung.

Die Herausforderung

Die Entwicklung einer partizipativen Ausstellungsdramaturgie mit einer multiperspektivischen Ausstellungsnarration und einer nahbaren Experience für die Besuchenden.

Unser Ansatz

Ein partizipatives Ausstellungserlebnis mit unterschiedlichen Perspektiven und Dynamiken, durch welche das Thema Rache Gestalt annimmt und die damit verbundene emotionale Komponente räumlich erfahrbar wird.

Kompetenzen

Konzept, Szenographie, Grafik-Design, historische Exponate, räumliche Gestaltung

Credits

Auftraggeber: Jüdisches Museum Frankfurt, Frankfurt am Main

Ausstellungsgestaltung und Grafik: Atelier Markgraph GmbH, Frankfurt am Main

Licht: Stephan Zimmermann Lightsolutions, Oberursel

Medientechnik: Satis & Fy AG, Karben

Ausstellungsbau und Grafikproduktion: Messegrafik & Messebau Schreiber, Frankfurt amMain

Fotodokumentation: Kristof Lemp, Darmstadt

Der erzählerische Fokus liegt auf der Vielfalt an Strategien jüdischer Selbstbehauptung gegenüber erlittener Gewalt.

Neben realen Geschichten wird der Fantasie weiten Raum durch Legendenbildung, Riten und mythische Transformation gelassen, um das Verlangen nach Rechenschaft und Vergeltung zu bewältigen. Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen und Erzählungen der Populärkultur betrachtet. Im Eingang schwebt der ikonische Baseballschläger von Bear Jew aus Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ in einem abgedunkelten Raum. Beleuchtet wird er durch einen einzigen Scheinwerfer, begleitet von dem Sound eines schwingenden Baseballschlägers. Das Requisit bietet einen popkulturellen, unerwarteten Einstieg.

„Sich als erstes Museum dem Thema „Rache“ in der jüdischen Kulturgeschichte zu widmen, erfordert großen Mut. Dass wir gebeten wurden, hierfür die richtige Form und Konzeption zu finden und unseren Beitrag zu einem kontroversen Thema zu leisten, fand ich sehr aufregend. Die Schwere der Exponate und der Geschichten, welche die Ausstellung erzählt, spiegelt sich in der Ausstellungsarchitektur spürbar wider. Es ist ein tolles Gefühl, durch die fertige Ausstellung zu gehen und zu fühlen, dass unser Konzept aufgeht und sich dieses Gefühl auch auf die Besucher*innen überträgt."

Julia Tyrakowska
Inszenierung Gestaltung Raum

Im Hauptraum warten die Rächer und Rächerinnen aus historischen und mythischen Überlieferungen auf die Besucher*innen und werden mittels historischer Dokumente, jüdischer Schriften, zeremonieller Gegenstände, Gemälden, Grafiken, Fotos, Comics sowie Film- und Videoarbeiten zum Leben erweckt.

Popkulturell reihen sich hier auch jüdische Gangster und Outlaws der 1930er Jahre in den USA ein. Eine Fotostation mit wechselbaren Hintergründen und Accessoires erlaubt den Besucher*innen sich selbst als einen Teil der Ausstellung zu inszenieren.

Im Hauptraum nimmt die Rache als raumgreifende schwarze Skulptur Gestalt an. Das Ungeheure, Übermenschliche, Unkontrollierbare bricht wie eine Lawine in den weißen Raum ein und erfasst mit Ausläufern den gesamten Bereich mit seinen plakativen Testimonials und Zitate Überlebender der Shoa.

Die dynamische Gestaltung wird durch eine hybride Konstruktion mit Projektion und bewegter Beleuchtung gesteigert. Orientierung bieten die großformatigen Plakat-Collagen, mit denen die Themenbereiche eröffnet werden. Die Aufarbeitung umgesetzter Racheakte jüdischer Einheiten Ende der 1940er Jahre mündet in der für die Ausstellung entwickelte 3-Kanal-Videoinstallation „Revenge“ von dem Berliner Künstler Daniel Laufer. Sein Werk hinterfragt die Relevanz jüdischer Vorstellungen von Rache in der postnazistischen Gesellschaft.

Jüdische Superheld*innen aus dem Marvel- und DC-Kosmos schmücken die großflächige Comictapete im Archiv der Gegenwart. Hier kann man sich in Bücher und Zeitdokumente vertiefen, Comics und Filmausschnitte ansehen oder ein Computerspiel spielen. Durch die verschiedenen Medien wird den Besucher*innen der Zugang zum Thema „Rache“ spielerisch vermittelt.

Credits

Auftraggeber: Jüdisches Museum Frankfurt, Frankfurt am Main

Ausstellungsgestaltung und Grafik: Atelier Markgraph GmbH, Frankfurt am Main

Licht: Stephan Zimmermann Lightsolutions, Oberursel

Medientechnik: Satis & Fy AG, Karben

Ausstellungsbau und Grafikproduktion: Messegrafik & Messebau Schreiber, Frankfurt amMain

Fotodokumentation: Kristof Lemp, Darmstadt

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