2002

Constructing Atmospheres

Sonderausstellung: Light + Building und Luminale

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Unter dem Titel „Constructing Atmospheres“ widmete sich auf der Fachmesse Light + Building 2002 eine Sonderschau der Messe Frankfurt der menschlichen Wahrnehmung von Raum und Klima. Die Ausstellung machte das Zusammenspiel von Architektur, Licht und Klima sinnlich erfahrbar. Eine begleitende Ausstellung beleuchtete Schutzsysteme gegen Wetter, von der Hautzelle bis zur Raumstation.


Herausforderung

Die Ausstellung verteilte sich auf zwei Standorte und erforderte ein kohärentes Gestaltungskonzept. Inmitten der Vielzahl visueller Eindrücke sollte sie Aufmerksamkeit wecken, ohne plakativ zu wirken. Gleichzeitig galt es, das komplexe Thema des Zusammenspiels von Mensch, Architektur, Licht, Klima und Atmosphäre verständlich zu vermitteln und das flüchtige Phänomen „Atmosphäre“ räumlich erfahrbar zu machen.

Unser Ansatz

Ein durchgängiges Gestaltungskonzept mit Gaze, Farbflächen und Farbcodes sollte beide Standorte zu einem gemeinsamen Ausstellungserlebnis verbinden. Farbverläufe, Keyvisuals und eine klare Typografie vermittelten die verschiedenen Maßstabsebenen anschaulich. Eine begehbare Nebelwolke machte Atmosphäre sinnlich erfahrbar, während der Parcours Informationen, interaktive Stationen und Exponate miteinander verband. Ein Buchladen und das „Weather Café“ boten Raum für Vertiefung und Entspannung.

 

Kompetenzen

Konzept, Szenografie, Ausstellungskonzeption, Grafikkonzept, Exponatentwicklung- und gestaltung.

In den Sozialen Medien

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Auszeichnungen:

Silber, ADC Deutschland 2004

Silber, 82nd Annual Award ADC, New York 2003

Bucheintrag, D&AD 2003

Bronze, DDC 2002

1. Preis, EVA 2002

Eine Ausstellung, mehrere Standorte, einheitliche Gestaltung

Die Ausstellung „Constructing Atmospheres“ verteilte sich auf mehrere Standorte, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen: den Transferbereich Galleria mit dem großen Zeichen und der „Experimental Cloud“ sowie die Halle 9.1 mit der thematisch ausgerichteten Ausstellung. Ein durchgängiges Gestaltungskonzept machte den Zusammenhang zwischen den einzelnen Ausstellungsorten erlebbar. Prägendes Gestaltungselement war eine raumbegrenzende Gaze. Wo es möglich war, wurde sie mit markanten Farbflächen kombiniert. So übersetzte die Architektur das zentrale Motiv der Ausstellung, den Kontrast zwischen festen und vergänglichen Zuständen. Ein klarer Farbcode erleichterte zudem die Orientierung und sorgte für einen hohen Wiedererkennungswert der Ausstellungselemente.

Die Atmosphäre eines Gebäudes ist eine „sinnlich wahrnehmbare Emission von Schall, Licht, Wärme, Geruch und Feuchtigkeit; ein wirbelndes Klima nicht greifbarer Effekte“. Letztendlich umgeben diese „ephemeren Effekte den Bewohner und weniger das Bauwerk selbst“. So beschreibt der Architekt Mark Wigley den engen Zusammenhang von Architektur, Light und Klima, der den Hintergrund für die Ausstellung „Constructing Atmospheres“ bildet.

Highlight der Schau: der „Experimental Cloud“

Zweimal täglich entstand in der Galleria Frankfurt – einem verglasten Atrium, das die Flügel der verschiedenen Ausstellungsräume miteinander verbindet – eine Wolke aus mehreren hundert Kubikmetern Luftschichten mit unterschiedlicher Feuchtigkeit und Temperatur. Durch eine stabile Temperaturschichtung innerhalb dieses großen Luftvolumens blieb der gesättigte Wasserdampf gezielt auf den vorgesehenen Bereich begrenzt. Besucherinnen und Besucher konnten die Wolke sogar durchqueren und sie unmittelbar erleben. Um dieses außergewöhnliche Phänomen zu ermöglichen, wurden im Vorfeld umfangreiche Tests und Messungen sowohl im Labor als auch an einem 1:1-Modell vor Ort durchgeführt.

Umfassende Wissensvermittlung und klare Orientierung

Die Ausstellung zeigte in acht Themenbereichen, wie sich der Mensch in unterschiedlichen Größenordnungen, von der Hautzelle bis zur Raumstation, vor Wetter und Klimaveränderungen schützt. Das Konzept des Maßstabssprungs verdeutlichte den Zusammenhang von Mensch, Klima und Atmosphäre vom Mikrokosmos bis zum Universum.

Abgestufte Farbhelligkeiten, von der hellen Hautzelle bis zum dunklen Universum, machten die verschiedenen Größenordnungen sichtbar. Eine klare typografische Gliederung erleichterte die Orientierung in der komplexen Themenwelt. Die offene Gestaltung setzte sich in der 150 Meter langen Messehalle trotz des unruhigen Umfelds deutlich ab. Information, Interaktion und markante Exponate, darunter ein Grönland-Bohrkern, ein Termitenbau und ein Modell der Internationalen Raumstation, sorgten für ein abwechslungsreiches Ausstellungserlebnis.

Ein weiterer Themenbereich präsentierte Projekte renommierter Architekturbüros unter klimatechnischen Gesichtspunkten. Die Inhalte richteten sich sowohl an das Fachpublikum der Klimatechnikmesse als auch an die Besucher der benachbarten Light + Building.

Vertiefende Informationen und Entspannung

Ein speziell sortierter Bookshop bot Gelegenheit zur weiteren Vertiefung in die Ausstellungsthemen. Den Abschluss der Ausstellung Constructing Atmospheres machte das „Weather Café“. Aus Texten, Sounds und Visuals entstand hier nochmal ein Rundumerlebnis und bildete einen eigenständigen Raum innerhalb des Messegeschehens. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich die Experimental Cloud als Beitrag zum Licht-Kultur-Festival Luminale in ein viel bestauntes Lichtobjekt über der Lounge „Cloud Club“.

AUSSTELLUNGSDESIGN | SZENOGRAFIE | KONZEPTION & STRATEGIE | GRAFIK-DESIGN | LEITSYSTEM & BESUCHERFÜHRUNG | RAUMINSZENIERUNG | EXPONATENTWICKLUNG & -GESTALTUNG
Credits

Auftraggeber: Messe Frankfurt GmbH
Kreativdirektoren: Meinhard Hutschenreuter, Roland Lambrette
Designers: Jörg Ackermann, Christoph Alker, Peter Eberhard, Janos Deri, Jürgen Kloster, Sascha Neumann
Illustrator: Damir Tomas
Wolkeninstallation – Klimatechnik und -technologie: Transsolar KlimaEngineering, Stuttgart
Dokumentationsfotos: Andreas Keller, Jürgen Zeller