Die Ausstellung „The Art of Collaboration“ übersetzt das Thema des Miteinanders unter dem Leitmotiv „Mishpocha“ (Jiddisch für Familie) in ein ganzheitliches räumliches, visuelles und interaktives Erlebnis. In Zusammenarbeit mit Mike D (Beastie Boys) kuratiert, lädt die Ausstellung dazu ein, Gemeinschaft durch Klang, Bild und Interaktion aktiv mitzugestalten. Die Szenografie aus Grobspanplatten, modularem Puzzledesign sowie Farb- und Teppichcollagen macht das Prinzip des gemeinsamen Gestaltens auch räumlich erfahrbar.
Die Herausforderung
Der Gedanke der Kollaboration sollte sich nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich vermittelt werden. Gesucht war eine Gestaltung, die vielfältigen Facetten des Ausstellungstitel in allen Gestaltungsebenen konsequent erlebbar macht.
Unser Ansatz
Der Ausstellungstitel „The Art of Collaboration“ bildet den Ausgangspunkt des Gestaltungskonzepts. Interaktive und thematische Inszenierungen machen Kollaboration als Prozess erlebbar und laden Besucher:innen zur aktiven Beteiligung ein. Architektur, Grafik und Farbkonzept führen diesen Gedankenkonsequent im Raum weiter.
Was bedeutet es, dazu zugehören? Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst.
Mischpocha – jiddisch für Familie – hat Sprachen und Zeiten überdauert und steht heute für Gemeinschaft, Vielfalt und kreative Kollektive. Die Ausstellung feiert diese moderne Form der Zugehörigkeit. Kuratiert in Zusammenarbeit mit Mike D (Beastie Boys), ist sie eine Hommage an die Kraft des Miteinanders. Durch Klang, Bild und Interaktion werden die Besucher:innen selbst Teil des Erlebnisses: Sie bilden spontane Kooperationen, erschaffen gemeinsam Kunst und definieren den Begriff Mischpocha in Echtzeit neu. Ein lebendiges Labor der Verbindung – und ein Fest für das kreative Potenzial, das entsteht, wenn unterschiedliche Stimmen zusammenkommen.
MISHPOCHA. Was heißt Familie?
Sowohl Mishpocha als auch der Begriff der Familie sind vielschichtige, interpretierbare Konzepte, die weltweit immer wieder unterschiedlich besetzt und instrumentalisiert werden. Eine raumgreifende Klanginstallation lässt die Stimmen von Menschen mit verschiedensten Herkünften erzählen, was Mishpocha für sie ganz persönlich bedeutet. Die Komplexität ergreift den Raum und schafft so den konzeptionellen Einstieg in die Ausstellung.
ROOTS. Auf der Suche.
Die ausgestellten Kunstwerke beleuchten die Komplexität von Diaspora, Entwurzelung und der Suche nach Identität. Sie zeigen, dass das Gefühl des Verlorenseins sowohl durch geografische Vertreibung als auch durch emotionale Distanz innerhalb der eigenen Familie entstehen kann. Aus dies erinnern und äußeren Entwurzelung erwächst jedoch oft ein tiefes Verlangen nach Selbstfindung und Reflexion – und nach neuen, frei gewählten Formen der Verbundenheit außerhalb biologischer Strukturen.
MIX. Gemeinsam neue Räume schaffen.
Ein interaktives Mischpult mit vorprogrammierten Medieninhalten aus unterschiedlichen Musikgenres lädt die Besucher:innen dazu ein, Grenzen spielerisch zu überwinden. Durch das Bedienen der Regler verändern sie visuelle Elemente mithilfe von Farbfiltern und Effekten und schaffen so einen dynamischen Raum für spontane Kooperationen. Die Installation macht erlebbar, wie kreative Gemeinschaften entstehen und wie aus dem Zusammenspiel vieler Stimmen neue kulturelle Strömungen wachsen.
PLAY. Die Kraft des Kollektivs.
„If you can feel what I’m feeling then it’s a musical master piece“ (Adam Yauch)
Vorprogrammierte Drum Pads laden die Besucher:innen dazu ein, aktiv zu kooperieren und Teil einer gemeinsamen Klanglandschaft zu werden. Im synchronen Zusammenspiel entsteht so etwas völlig Einzigartiges. Die Installation macht die Kraft des Kollektivs unmittelbar spürbar und zeigt, wie aus dem Zusammenschluss einzelner, unterschiedlicher Beiträge ein harmonisches, großes Ganzes erwächst.
Materialität und Gestaltung – Kollaboration als räumliches Prinzip.
Der Ausstellungstitel spiegelt sich in Materialität, Form und Farbe wider. Transparente Grobspanplatten machen den Gedanken der Kollaboration sichtbar: Viele einzelne Holzspäne bilden gemeinsam ein stabiles Ganzes.
Dieses Prinzip setzt sich in der Ausstellungsarchitektur und Grafik fort. Ein modulares Puzzle-System, inspiriert vom Albumcover „Hot Sauce Committee Part Two“ der Beastie Boys, sowie markante Farbflächen für die Ausstellungstexte verbinden die einzelnen Elemente zu einer farbenfrohen Collage.
Ein tiefes Blau prägt den ersten Raum und schafft eine ruhige Atmosphäre. Orange kennzeichnet die interaktiven Stationen und setzt gezielte Akzente. Den Abschluss bildet eine warme Teppichcollage in Orangetönen, inspiriert von der Sunburst-Lackierung der legendären Gibson Les Paul und Fender Stratocaster.
Auftraggeber:Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main Künstlerische Leitung: Michael Diamond (Mike D) Ausstellungsbau und Grafikproduktion: Messegrafik & Messebau Schreiber, Frankfurt am Main Licht:Stephan Zimmermann Lightsolutions, Oberursel Medientechnik:Satis&Fy AG, Karben Soundinstallation Raum Mishpocha: Jan Ove Hennig (Kabuki), Frankfurt am Main Software Play und Postproduktion Mixinstallation: Atelier Markgraph GmbH Software Mix: Johannes Lemke, Berlin Exponatebau Mixtisch:Chris Walter, Leipzig Fotodokumentation: Kristof Lemp, Darmstadt Filmdokumentation: Atelier Markgraph GmbH