Im Oktober 2015 war es soweit: 25 Jahre Deutsche Einheit! Die zentralen Feierlichkeiten für diesen großen Festtag finden in Frankfurt am Main statt. Doch wie feiert und würdigt man diesen Tag jenseits von Reden, Luftballons und Feuerwerk?

Ausgehend von dem Gedanken, dass der Begriff „Einheit“ auf der Idee einer Fusion von Einzelteilen basiert, schafft der Gestalter und Konzeptkünstler Peter Zizka gemeinsam mit Atelier Markgraph die typographische Licht-Installation „Wortfusion“. Sie macht die Wiedervereinigung am Kern der deutschen Identität nachvollziehbar: der Sprache.

Mitten im öffentlichen Raum an der Fassade der Frankfurter Paulskirche verschmelzen Begriffe aus Ost und West zu neuen Wortgebilden. Während der langen Zeit der deutsch-deutschen Trennung entwickelten sich unterschiedliche Begriffs- und Vorstellungswelten, die Einzug in den Sprachgebrauch fanden. Vom Westen geprägte Begriffe (Fett, Cool, Giga) treffen auf charakteristische Wörter aus dem Osten (Schallplattenunterhalter, Muttiheft, Schwindelkur). Dabei entstehen sprachliche Kuriositäten – diskursiv, aber auch mit Witz und Kritik.

Die bewusst zurückhaltende mediale Inszenierung seitens Atelier Markgraph schafft im Zusammenspiel mit einer bewegenden musikalischen Interpretation einen Moment der Erhabenheit. So kommt das Konzept von Peter Zizka in seinem respektvollen Minimalismus zum Tragen und vermittelt am Ursprungsort der Demokratie allgemeinverständlich die zeitgeschichtliche Bedeutsamkeit der Einheit.

Auftraggeber:
Kulturamt Frankfurt

Konzept und Design:
Peter Zizka

Inszenierung und Bespielung:
Atelier Markgraph

Komposition:
Jan Mayerhofer und Sebastian Homberg

Dokumentationsfotos:
Kristof Lemp, Darmstadt

Weitere Projekte

Frankfurter Küche

Margarete tischt Literatur auf.

FRUCHTBARES NEULAND

„Transforming Tradition“ bringt die Pionierleistung deutsch-jüdischer Wissenschaftler für die Entwicklung der modernen Mathematik ans Licht.

Making of Athens

Liebieghaus exhibition offers a fresh look at classical imagery.