„Alles neu!” fasst nicht nur einen hohen Gestaltungsanspruch in Worte, sondern vor allem die Wirkungskreise der Reformbewegung „Neues Frankfurt”. Übergeordnetes Ziel des Modernisierungsprozesses aus den 1920er Jahren war es eine neue Gesellschaft zu formen.

Um diesen Aspekt hervorzuheben, zeigt das Museum Angewandte Kunst noch bis zum 21. August 2016 die Bedeutung von Schrift und Kommunikationsdesign in einer umfassenden Retrospektive. Rund 1.000 historische Exponate markieren Meilensteine der visuellen Gestaltungsmoderne aus Frankfurt – ausgehend von den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts über die Nachkriegszeit bis weit in die 1980er Jahre. Ergänzt wird „100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main” durch zeitgenössische Interventionen: Statements von Frankfurter Gestaltern.

Schwarz. Weiß. Silber. Die Ausstellungsgestaltung verleiht mit der großflächigen Farbgebung der unterschiedlichen Themenbereiche dem Ganzen einen würdigen Rahmen. Das konsequente Schriftbild: Futura Bold, die wohl bekannteste und weltweit erfolgreichste Schrift des 20. Jahrhunderts aus Frankfurt am Main, 1927 von Paul Renner entworfen und von der Frankfurter Bauerschen Gießerei umgehend weltweit vertrieben. Dazu gesellen sich großformatige Zooms auf vereinzelte Werke: den stilisierten Frankfurt-Adler, provokante Piktogramme aus den 1960er Jahren und stilbildende Buchstaben wie beispielsweise das „F“ in drei Versionen: Fraktur, FAZ, Frontpage. Insbesondere die Frontpage bildet die Brücke zum Hier und Heute.

Mattsilberne Passepartouts präsentieren die zwölf aktuellen Positionen und spielen nicht nur dezent auf die Gehäusefarbe eines kalifornischen Computerherstellers an, sondern auch auf das Werkzeug des Gestalters. Mindestens genauso humorvoll und kontextbezogen lassen sich diese individuellen Arbeiten lesen. So begegnet dem Besucher der Ausstellung nicht nur ein Stück Frankfurter Gestaltungsgeschichte, sondern auch der ein oder andere gesellschaftskritische Stolperstein.

Auftrageber:
Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Ausstellungsgestaltung:
Atelier Markgraph, Frankfurt am Main

Kuratoren:
Klaus Klemp, Friedrich Friedl, Peter Zizka, Matthias Wagner K

Ausstellungsleitung:
David Beikirch

Beratung:
Stefan Beuttler

Ausstellungsaufbau:
Nadine Auth, Johannes Grehl, Florian Hundt, Peter Otterbein, Katrin Trost

Objekt- und Wandbeschriftung:
Martin Color, Frankfurt am Main, Drechsler Medien, Reithain

Restauratoren:
Sabine Maurischat, Christian Dressen

Museumstechnik:
Marcel Bode, Tilo Kohl

Dokumentationsfotos:
Kristof Lemp, Darmstadt

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